Baden-Württemberg: Partner Europas
Die Geschichte der Europäischen Union
Ein Kontinent wächst zusammen
Die Vision eines vereinten Europas ist alt und reicht weit in die Geschichte Europas zurück. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges forderte der britische Premierminister Winston Churchill 1946 einen "Europarat", aus dem sich später "eine Art der Vereinigten Staaten von Europa" bilden könnte.
Vor 62 Jahren, am 9.Mai 1950 schlug der französische Außenminister Robert Schuman vor, die Kohle- und Stahlindustrien Frankreichs und der Bundesrepublik Deutschland gemeinsam zu verwalten. Dadurch sollte ein Krieg zwischen beiden Ländern für immer ausgeschlossen werden. Der deutsche Bundeskanzler Adenauer und der französische Wirtschaftsminister Monnet verwirklichten diese Idee und gelten seitdem als "Wegbereiter der Europäischen Union". Aus einem Vertrag zwischen sechs Staaten ist heute die Europäische Union mit 27 Mitgliedern geworden.

Die wichtigsten Daten im Überblick:
- 1951
- 18. April
Sechs Länder, und zwar Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande unterzeichnen in Paris den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS).
- 1952
- 27. Mai
In Paris wird der Vertrag zur Gründung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) unterzeichnet.
- 1954
- 20. bis 23. Oktober
Im Anschluß an die Konferenz von London werden die Pariser Verträge abgeschlossen: In ihnen sind die Modalitäten für die Erweiterung des Brüsseler Pakts festgelegt, der zur Westeuropäischen Union (WEU) umgestaltet wird.
- 1955
- 1. und 2. Juni
Auf der Konferenz von Messina beschließen die Außenminister der Sechs, die europäische Integration auf die gesamte Wirtschaft auszudehnen.
- 1957
- 25. März
In Rom unterzeichnen die sechs Staaten die Römischen Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) mit dem Ziel eines gemeinsamen Binnenmarktes. Parallel dazu wird die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) gegründet..
- 1958
- 1. Januar
Die Römischen Verträge treten in Kraft; die Kommission der EWG und die Kommission der EAG nehmen ihre Arbeit in Brüssel auf.
- 1960
- 4. Januar
Auf Initiative des Vereinigten Königreichs wird das Stockholmer Abkommen zur Gründung der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) unterzeichnet.
- 1962
- 30. Juli
Eine Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) wird eingeführt.
- 1965
- April
Der Vertrag zur Fusion der Exekutivorgane der drei Gemeinschaften und zur Einsetzung eines gemeinsamen Rates und einer gemeinsamen Kommission wird unterzeichnet. Er tritt am 1. Juli 1967 in Kraft.
- 1968
- 1.Juli
18 Monate früher als geplant ist die Zollunion ist verwirklicht: Die letzten Binnenzölle für gewerbliche Erzeugnisse sind abgeschafft; der gemeinsame Zolltarif (GZT) gegenüber dritten Ländern wird eingeführt.
- 1972
- 24. April
Die Sechs beschließen, das System der "Währungsschlange" einzuführen: Die maximalen Schwankungsbreiten der Wechselkurse der Mitgliedstaaten dürfen nicht mehr als 2,25 % betragen.
- 1973
- 1. Januar
Dänemark, Großbritannien und Irland treten bei. Damit hat die EG neun Mitglieder.
- 1975
- 22. Juli
Der Vertrag über die Erweiterung der Haushaltsbefugnisse der Europäischen Versammlung und die Gründung des Europäischen Rechnungshofes wird unterzeichnet. Er tritt am 1. Juni 1977 in Kraft.
- 1978
- 6. und 7. Juli
Auf dem Gipfeltreffen in Bremen regen Frankreich und die Bundesrepublik Deutschland eine Neubelebung der Zusammenarbeit im Währungsbereich durch die Schaffung eines Europäischen Währungssystems (EWS) an, das an die Stelle der "Währungsschlange" treten soll.
- 1979
- 13. März
Das EWS tritt in Kraft.
- 7. und 10. Juni
Zum ersten Mal wählen die Bürger der Mitgliedstaaten das Europäische Parlament direkt.
- 1981
- 1. Januar
Griechenland tritt als 10. Mitgliedstaat der EG bei.
- 1984
- 28. Februar
Das Esprit-Programm – Europäisches strategisches Programm für Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Informationstechnologie – wird angenommen.
- 14. und 17. Juni
Das Europäische Parlament wird zum zweiten Mal gewählt.
- 1986
- 1. Januar
Portugal und Spanien treten der Europäischen Gemeinschaft bei.
- 17. und 28. Februar
Die Regierungsvertreter der 12 Mitgliedstaaten unterzeichnen in Luxemburg und Den Haag die Einheitliche Europäische Akte. Der Binnenmarkt soll bis Ende 1992 verwirklicht werden. Die Integration erhält eine neue Dynamik.
- 1987
- 1. Juli
Die Einheitliche Europäische Akte tritt in Kraft.
- 1989
- 15. und 18. Juni
Das Europäische Parlament wird zum dritten Mal in allgemeiner Direktwahl gewählt.
- 9. November
Die Berliner Mauer fällt.
- 1990
- 19. Juni
Das Übereinkommen von Schengen wird unterzeichnet.
- 3. Oktober
Mit dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland werden die neuen Länder auch Teil der EG.
- 1992
- 7. Februar
Der Vertrag über die Europäische Union wird in Maastricht unterzeichnet. Er sieht unter anderem die Schaffung einer gemeinsamen Währung bis zum 1.1.1999 vor.
(Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion)
- 2. Mai
In Porto wird das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) unterzeichnet.
- 1993
- 1. Januar
Der Binnenmarkt ist verwirklicht, die innergemeinschaftlichen Grenzen fallen weg. Das bedeutet in der ganzen EU freien Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr. EU-Bürger können überall in der Union leben und arbeiten.
- 1. November
Entstehung der Europäischen Union (EU) durch In-Kraft-Treten des Maastrichter Vertrages.
- 1994
- 9. - 12. Juni
Vierte allgemeine Direktwahlen zum Europäischen Parlament.
- 1995
- 1. Januar
Beitritt Österreichs, Finnlands und Schwedens zur Europäischen Union. Damit sind es 15 Mitgliedstaaten.
- 26. März
Das Übereinkommen von Schengen tritt in Kraft.
- 1997
- 2. Oktober
Die Außenminister der 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union unterzeichnen den Vertrag von Amsterdam.
- 1.-10. Dezember
In Kyoto, Japan, findet eine internationale Klimakonferenz statt, auf der sich die Industrieländer verpflichten, ihre Treibhausgas-Emissionen zu senken
- 1998
- 30. März
Einleitung des Beitrittsprozesses von zehn beitrittswilligen Staaten Mittel- und Osteuropas sowie Zyperns — gefolgt von bilateralen Regierungskonferenzen zunächst mit Zypern, Ungarn, Polen, Estland, der Tschechischen Republik und Slowenien.
- 31. März
Schengen: Aufhebung der Personenkontrollen an den Landgrenzen zu Italien.
- 1999
- 1. Januar
Elf Mitgliedstaaten der Europäischen Union,zu denen auch Deutschland gehört, beginnen die dritte Phase der Europäischen Währungsunion und führen den Euro ein.
- 1. Mai
Der Vertrag von Amsterdam tritt in Kraft.
- 8.-13. Juni
Fünfte Direktwahl des Europäischen Parlaments.
- 2001
- 1. Januar
Griechenland beteiligt sich am Euro. Damit umfasst die Eurozone 12 Mitgliedstaaten.
- 26. Februar
Abschluss der Regierungskonferenz zur institutionellen Reform der EU - der sogenannte Vertrag von Nizza.
- 2002
- 1. Januar
Der Euro ist als Bargeld in den zwölf teilnehmenden Mitgliedstaaten im Umlauf: Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien.
- 23. Juli
Der Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) wird nach fünfzig Jahren außer Kraft gesetzt.
- 2003
- 25. Juni
Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten beschließen, bei der Bekämpfung von Terrorismus und Waffenverbreitung zusammenzuarbeiten.
- 2004
- 01. Mai
Durch den Beitritt von Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakische Republik, Slowenien, die Tschechische Republik, Ungarn und Zypern erweitert sich die Europäischen Union auf insgesamt 25 Länder.
- 13. Juni
Zum sechsten Mal findet die Europawahl statt.
- 2005
- 21.-22.Februar
US-Präsident George W. Bush besucht die NATO und die Europäische Union. Dies war der erste Besuch eines Präsidenten der Vereinigten Staaten bei den europäischen Institutionen.
- 2006
- 7.April
Die .eu-Domäne steht jedem Bürger, der einen Wohnsitz in der EU hat und seine europäische Identität im Internet hervorheben möchte, zur Verfügung.
- 2007
- 1. Januar
Rumänien und Bulgarien treten der EU bei. Slowenien gehört nun zum Kreis der Euro-Länder.
- 13. Dezember
Unterzeichnung des Vertrags von Lissabon.
- 2008
- 1. Januar
Der Euro-Raum wächst um Malta und Zypern.
- 12.März
Das Europäisches Parlament feiert den 50. Jahrestag der konstituierenden Sitzung der Versammlung der Europäischen Gemeinschaften am 19. März 1958.
- 12.Dezember
Die Schweiz wird neues Schengen-Mitglied. Damit fallen die Kontrollen an den Grenzenübergängen weg.
- 2009
- 1. Januar
Der Euro wird gesetzliches Zahlungsmittel in der Slowakischen Republik wodurch sich die Eurozone auf 16 EU-Mitgliedsländer ausdehnt.
- 4. - 7. Juni
Europawahl 2009 – Rund 375 Millionen wahlberechtigte EU-Bürgerinnen und Bürger wählten in einer einer allgemeinen, freien, direkten und geheimen Wahl eine parlamentarische Vertretung von 736 Europarlamentariern. Die Wahlbeteiligung insgesamt lag bei 43,1 Prozent.-
- 1. Dezember
Der Vertrag von Lissabon tritt in Kraft.
- 2010
- 26. Januar
Haiti: Nach einem schweren Erdbeben der Stärke 7,0 auf der Richterskala stellt die EU 400 Millionen Euro für Soforthilfe und Wiederaufbaumaßnahmen bereit.
- 17. Juni
Auf einer Tagung des Europäischen Rates nehmen die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder die auf 10 Jahre angelegte Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum – Europa 2020 an.
- 2011
- 01. Januar
Estland führt als 17. Staat den Euro ein.
- 26. April
25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Die EU bekräftigt ihre Entschlossenheit, sich weiterhin für die Verbesserung der nuklearen Sicherheit einzusetzen.
- 19. Dezember
Liechtenstein tritt dem Schengen-Raum der EU (Personenverkehr ohne Grenzkontrollen) bei.
- 2012
- 22. Januar
Die Kroaten stimmen beim Referendum für den EU-Beitritt und geben somit den Weg frei, mit 1. Juli 2013 der 28. Mitgliedstaat der Europäischen Union zu werden.
© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2012 | ^